PDF-Dateien sind heute eine der wichtigsten Formen zum Abspeichern von Dokumenten. Nicht ohne Grund, denn mit dem PDF-Format können Sie dem Anwender Dokumente sicher zur Verfügung stellen, ohne dass diese verändert werden können. Der Verfasser kann letztlich auch das Ausdrucken oder Kopieren verhindern. Natürlich kann ein PDF-Dokument auch vollständig mit einem Passwort geschützt werden.
Doch jeder Schutz macht Daten auch interessant. Einschlägige Internetforen sind voll mit Fragen, wie man das vergessene Passwort seines „besten Freundes“ zurückbekommt. Und das natürlich möglichst kostenlos mit einem Passwortknacker als Freeware irgendwo zum Download. Und tatsächlich werden im Internet dazu diverse Programme angeboten. Passwortknacken und Beschränkungen aufheben, alles zum Nulltarif? So verlockend die Suchtreffer im Internet auch scheinen mögen, ganz so einfach ist es nicht.
Denn das grundsätzliche Problem ist, dass PDF-Passwörter nicht rückrechenbar sind. Sie lassen sich also nicht ohne weiteres aus dem Dokument selbst herleiten. Deshalb verlangen einige Passwortknacker die Eingabe mindestens eines Passwortes des Dokumentes. Andere Programme arbeiten nach der Dictionary-Methode oder leiten einen Brute-Force-Angriff ein. Dabei werden aus einer beiliegenden Textdatei alle möglichen Wörter als Passwort ausprobiert. Wenn der Zufall es will, ist das Passwort in der Liste enthalten.
Alle Freewareprogramme haben jedoch eines gemeinsam: sie werden als Freeware angeboten, arbeiten jedoch wie eine Demo mit eingeschränkter Funktionalität. Beispielsweise werden nur einseitige PDF-Dokumente entschlüsselt oder es wird nur die Hälfte der Seiten freigegeben. Andere wiederum begrenzen die Länge des Passwortes unsinnigerweise auf 4 Zeichen. Doch selbst wer sich zur Zahlung der geforderten Lizenzgebühr entscheidet, kann keine sichere Entschlüsselung erwarten. Denn die Entschlüsselung eines Passwortes mit mehr als 4 Zeichen braucht seine Zeit, manchmal Tage und Wochen, an denen der Computer unter Volllast das Passwort sucht. Andere Software ist nur in der Lage, den alten und heute nicht mehr verwendeten Passwortschutz unter 128bit zu knacken.
Fremde Passwörter knacken bedeutet Daten auszuspähen und ist strafbar. Darüber sollte sich jeder bewusst sein. Denn wohl niemand wird sich beim Richter beschweren, wenn das Programm zum illegalen Passwortknacken gar nicht geeignet war oder zu viel versprach. Allein damit öffnet sich ein weites Tor für den Missbrauch. Dies sollte jedem bewusst sein, wenn die Neugier plagt.