Die Sicherheit eines Passworts kann mit einfachen Mitteln gesteigert werden. Selbst wenn gröbste Fehler vermieden werden und weder der Vorname des Ehepartners noch der Name des Hundes als Passwort verwendet werden, können schlecht gewählte Passwörter oft binnen weniger Sekunden geknackt werden.
Der erforderliche Aufwand zum Passwort Knacken
Grundsätzlich steht einem Angreifer dazu keine andere Möglichkeit zur Verfügung, als alle möglichen Kombinationen auszuprobieren. Besteht das Passwort aus einer willkürlich gewählten Zeichenfolge, ist das selbst mit moderner Hardware nicht in angemessener Zeit zu bewerkstelligen. Sind beispielsweise 50 unterschiedliche Zeichen (also Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen) zulässig, so existieren 39.062.500.000.000 unterschiedliche Passwörter mit 8 Zeichen. Wenn ein Rechner 30 Mio. Passwörter pro Sekunde testen kann (ein realistischer Wert für handelsübliche Mittelklasserechner), wäre er damit etwa 15 Tage beschäftigt.
Also nutzen Hacker die menschliche Schwäche, dass niemand sich Passwörter wie “a&%//?*k” merken kann und probieren zunächst einfacher zu merkende Kombinationen aus.
Die einfachsten Angriffe sind Wörterbuchangriffe. Dabei werden alle Wörter eines Wörterbuchs ausprobiert, wobei auch die Kombinationen mit einer angehängten Ziffer einbezogen werden. Die Passwörter „Frosch“ und „Frosch7“ sind also gleichermaßen schlecht und sekundenschnell zu knacken. Aber auch der bloße Verzicht auf Sonderzeichen stellt eine erhebliche Schwäche dar. Im obigen Beispiel bedeutet dies konkret: werden nur die 26 Buchstaben als Zeichen verwendet, verkürzt sich die Zeit zum Ausprobieren aller möglichen Kombinationen auf weniger als zwei Stunden, bei der Verwendung von Buchstaben und Ziffern auf rund einen Tag. In allen Beispielen wurde davon ausgegangen, dass die Passwörter nicht case-sensitive sind, also nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden wird.
Ein modernes Tool
Die zum Knacken eines Passworts benötigte Zeit hängt selbstverständlich auch von der dem Angreifer zur Verfügung stehenden Hardware ab. Moderne Tools zum Knacken von Passwörtern wie beispielsweise Distributed Password Recovery (http://www.pcfreunde.de/download/d10565/distributed-password-recovery/) steigern die verfügbare Rechenleistung auf zwei Arten. Zunächst kann die Rechenarbeit auf mehrere Computer verteilt werden. Das Ausprobieren von Passwörtern kann sehr einfach in mehrere Teiljobs zerlegt werden, indem z.B. die Passwörter anhand des ersten Zeichens aufgeteilt werden. Der besondere Clou dieses Tools besteht darin, dass es auch die teilweise erhebliche Rechenleistung der Grafikkarte als zusätzliche Hardwareressource nutzen kann. Die Kombination beider Methoden beschleunigt das Knacken eines Passworts erheblich.