Manchmal ist es notwendig, manchmal grober Unfug oder gar eine Straftat: Ein Passwort zu knacken stellt heutzutage keine große Schwierigkeit dar. Am einfachsten ist dies natürlich, wenn Nutzer Wort- oder Buchstabenkombinationen verwenden, die leicht zu erraten sind. Oder wenn notierte Passwörter an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden. Doch auch ohne diese „Hilfestellung“ lassen sich Passwörter durch die Verwendung bestimmter Programme leicht herausfinden.
Die Lässigkeit des Ausdrucks „Passwort knacken“ verschleiert, dass sich dahinter eine Straftat verbirgt. Jedenfalls dann, wenn es nicht das eigene Passwort ist, das ausspioniert werden soll. Doch nicht immer ist es kriminelle Energie, die dazu führt, dass jemand ein Passwort knacken möchte – zuweilen ist es schlicht Vergesslichkeit. Gerade unerfahrenen Nutzern von PC und Internet kann es passieren, dass sie zum Beispiel ein Passwort für das Administrator-Konto vergeben haben, an das sie sich nicht mehr erinnern. Entsprechend sind die Internetforen voll von Anfragen, wie sich der eigens gesetzte Passwortschutz umgehen lässt. Für erfahrene Nutzer stellt dies in der Regel kein Problem dar, sofern das Administrator-Kennwort geändert werden darf. Abhängig vom Betriebssystem reicht zuweilen schon das Hochfahren des PCs im abgesicherten Modus aus, um den Passwortschutz zu umgehen und das Kennwort zu ändern. Bestehen die Fragesteller hingegen darauf, dass das ursprüngliche Kennwort erhalten bleiben soll, so lässt sich leicht erkennen, dass es sich nicht um den Administrator selbst handelt, der hier Tipps sucht. Häufig sind es Kinder oder Jugendliche, die das von Eltern verwaltete Konto samt Internetbeschränkungen umgehen wollen.
Aus Sternchen sichtbare Passwörter zaubern – das ermöglichen professionell entworfene Programme. Dabei sind zwei Arten zu unterscheiden: Programme, die ausschließlich für das Entschlüsseln von Passwörtern entworfen wurden und solche, die weitere Spionagetätigkeiten ermöglichen. Beide Programmarten sind im Internet frei erhältlich und können prinzipiell von jedem Nutzer heruntergeladen werden. Diese sollten sich aber darüber im Klaren sein: In Deutschland ist der Download selbst zwar straffrei. Die Nutzung der Programme hingegen auf PCs oder Smartphones ist illegal und wird mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet.
User, die derlei Programme für den eigenen Gebrauch herunterladen wollen, sollten sich vorab zudem informieren, wer dahinter steht und welche Kosten damit verbunden sind. Bei reinen Passwortprogrammen ist dies in der Regel leicht zu überschauen. Bei Spionageprogrammen ist dies oft nicht so leicht absehbar.